Das ANKER-Konzept

Wie ich Menschen mit Demenz begleite

In meinem ANKER-Konzept verbinde ich ein breites fachliches Repertoire mit einer kontinuierlichen Beziehung. Welche Möglichkeiten passen, richtet sich nach dem Menschen, seiner Demenzform, seiner Lebensgeschichte, der aktuellen Phase und dem, was an diesem Tag möglich ist.

Eine Beziehung kann in jeder Phase der Demenz aufgebaut werden. Ein früher Beginn hat den zusätzlichen Vorteil, dass ich mehr direkt vom Menschen selbst über seine Geschichte, Wünsche, Gewohnheiten, Bedürfnisse und Vorstellungen erfahren kann.

Kompass und kleiner goldener Anker neben einem Notizbuch

Mein fachliches Konzept

ANKER – eine vertraute Person, die bleibt

Ich habe das ANKER-Konzept entwickelt, um fachliche Zugänge mit einer verlässlichen persönlichen Beziehung zu verbinden.

Den Menschen kennenlernen

Ich lerne seine Biografie, Werte, Rollen, Gewohnheiten, Beziehungen, Bedürfnisse, Ausdrucksweisen und aktuellen Möglichkeiten kennen.

Beziehung und Verständnis aufbauen

Ich achte darauf, wie der Mensch kommuniziert, was ihm Halt und emotionale Sicherheit gibt und welche Reaktionen für ihn typisch sind.

Die Begleitung weiterentwickeln

Wenn sich im Verlauf verändert, was dem Menschen möglich ist, wie er sich ausdrückt oder was er braucht, entwickle ich meine fachlichen Zugänge auf dieser Grundlage weiter.

Begleitung auf Augenhöhe

Ich gehe nicht voraus und entscheide für den Menschen. Ich gehe gemeinsam mit ihm.

Ich begegne dem Menschen auf Augenhöhe und richte mich nach seiner Tagesform, seinen Wünschen und dem, was gerade wichtig ist.

Ich gebe Halt und emotionale Sicherheit, ohne das Leben zu übernehmen. Selbstbestimmung, Würde und das, was dem Menschen selbst möglich und wichtig ist, bleiben für mich zentral.

Fachliche Begleitung auf Augenhöhe

Menschen mit Demenz bleiben erwachsene Menschen mit Lebenserfahrung, einer eigenen Persönlichkeit, Rollen, Werten, Vorlieben und Grenzen.

Aktivierung bedeutet für mich deshalb nicht, jemanden einfach zu beschäftigen. Ich wähle Methoden fachlich begründet und so, dass sie zum erwachsenen Menschen, zu seiner Biografie, seinen Interessen, seiner Wahrnehmung und seiner aktuellen Situation passen.

Ich arbeite nicht nach einem Beschäftigungsprogramm, sondern mit dem Menschen und dem, was für ihn persönlich Sinn und Bedeutung hat.

Demenz ist nicht gleich Demenz

Nicht jede Demenz zeigt sich gleich. Nicht jeder Mensch braucht dasselbe.

Ich berücksichtige die ärztlich festgestellte Demenzform, den bisherigen Verlauf und die aktuelle Lebenssituation. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Kommunikation, Beziehungsgestaltung, Wahrnehmung und Aktivierung. Meine Begleitung richtet sich nach diesen Unterschieden und nach dem konkreten Menschen.

Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, frontotemporale Demenz, Parkinson-Demenz oder Lewy-Körper-Demenz können sich unterschiedlich entwickeln. Auch bei derselben Diagnose bleiben Lebensgeschichte und Persönlichkeit verschieden; aktuelle Möglichkeiten, Bedürfnisse und Formen der Verständigung bleiben individuell.

Die ärztliche Diagnose bleibt Aufgabe der zuständigen Fachpersonen. Ich stelle keine Diagnosen.

Kommunikation

Mit Validation wertschätzend an der Erlebniswelt anknüpfen

Validation ist ein Kommunikationsmodell.

Ich versuche nicht, den Menschen zu korrigieren oder ihn immer wieder in unsere Realität zurückzuholen. Mit Validation nach Naomi Feil nehme ich seine Wahrnehmung ernst und begegne ihm wertschätzend dort, wo er sich gerade befindet. Ich passe meine Sprache, mein Tempo und meine Form der Verständigung an den Menschen und die jeweilige Situation an.

Dabei geht es um Verständigung und Beziehung, nicht um Therapie.

Biografie und Identität

Wer ist dieser Mensch?

Was macht ihn aus? Welche Werte und Überzeugungen sind ihm wichtig? Welche Rollen, Beziehungen und Erfahrungen haben sein Leben geprägt? Welche Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen gehören zu ihm?

Biografiearbeit bedeutet für mich, diesen Zusammenhängen nachzugehen. Ich möchte nicht nur wissen, woran sich ein Mensch erinnert, sondern verstehen, welche Bedeutung seine Lebensgeschichte für sein heutiges Erleben und Verhalten hat.

Ich frage nicht zuerst: ‚Wie kann ich dieses Verhalten verändern?‘
Sondern: ‚Was könnte dieses Verhalten für diesen Menschen bedeuten?‘

Die Biografie ist dabei ein wichtiger Zugang, aber nicht die einzige mögliche Erklärung für ein Verhalten. Ich berücksichtige ebenso die aktuelle Situation, Bedürfnisse, Wahrnehmung und körperliche Signale.

Mein fachliches Repertoire

Fachlich breit aufgestellt – passend zum Menschen ausgewählt

Ich setze Methoden nicht nach einem festen Schema ein. Ich wähle sie gezielt passend zum Menschen, seiner Demenzform, der Phase, seiner Biografie und der aktuellen Situation.

Kommunikation bei Demenz & Validation

Mit Demenzkommunikation und Validation nach Naomi Feil nehme ich Worte, Gefühle, Bedürfnisse und nonverbale Signale des Menschen wertschätzend auf. Ziel sind Verständigung und Beziehung.

Biografie & Identität

Biografiearbeit hilft mir, Werte, Rollen, Beziehungen, Gewohnheiten und prägende Erfahrungen im heutigen Erleben zu berücksichtigen. Dafür nutze ich unterschiedliche biografieorientierte Methoden, passend zum Menschen und zur jeweiligen Situation.

Körper, Bewegung & Sinne

Bewegung, Motorik, Mobilisation, Wahrnehmung und Sinnesanregung können Körpererleben, Ausdruck und Teilhabe ansprechen. Ich passe sie an seine Wahrnehmung, Bedürfnisse, Tagesform, Wünsche und aktuellen Möglichkeiten an.

Alltag, Aktivierung & Empowerment

Tagesstruktur, fachlich abgestimmte Aktivierung und vertraute Tätigkeiten greifen vorhandene Fähigkeiten auf. Empowerment bedeutet für mich, Selbstbestimmung zu achten und dem Menschen Raum für eigenes Tun und Entscheiden zu geben.

Systemische Arbeit

Ich berücksichtige Angehörige, wichtige Bezugspersonen, das jeweilige Lebensumfeld und den Alltag sowie ärztliche, pflegerische und weitere beteiligte Stellen. Der Mensch bleibt dabei im Mittelpunkt.

Gerontopsychiatrie, herausforderndes Verhalten & Krisenintervention

Herausforderndes Verhalten und Krisenintervention habe ich im Rahmen meiner Ausbildung vertieft studiert und in meiner beruflichen Praxis, insbesondere in der Gerontopsychiatrie, angewendet.

Dieses Wissen hilft mir, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten, sondern mögliche Zusammenhänge, Bedürfnisse und Auslöser mitzudenken und auch in belastenden Situationen fachlich ruhig zu handeln.

Akute medizinische oder psychiatrische Notfälle gehören weiterhin in die zuständige medizinische Versorgung.

Mein fachliches Instrumentarium

Mein Lebenskoffer

Ich habe den Lebenskoffer entwickelt, um unterschiedliche fachliche Zugänge nicht nach einem starren Schema, sondern passend zum Menschen einsetzen zu können.

Er verbindet unter anderem psychologische Modelle, Validation, biografieorientierte Methoden, unterschiedliche Formen der Aktivierung, Bewegung, Wahrnehmungs- und Sinnesübungen sowie fachliche Zugänge zum Verständnis von herausforderndem Verhalten.

Welche Methode ich aus diesem Lebenskoffer wähle, richtet sich nach dem Menschen, seiner Demenzform, seiner aktuellen Lebenssituation, seiner Wahrnehmung und dem, was ihm in diesem Moment möglich und wichtig ist.

BRÜCKE

Eine Brücke zwischen Mensch, Angehörigen und Fachstellen

Ich arbeite systemisch: Der Mensch steht im Mittelpunkt, aber nicht isoliert. Zu seinem Lebens- und Versorgungssystem gehören Angehörige und andere wichtige Bezugspersonen, sein jeweiliges Lebensumfeld und sein Alltag sowie ärztliche, pflegerische und weitere beteiligte Stellen.

Mensch
Seine Wünsche, Grenzen, Selbstbestimmung und aktuellen Möglichkeiten sind mein Ausgangspunkt.
Angehörige und Bezugspersonen
Sie kennen den Menschen oft besonders gut und können selbst Unterstützung brauchen. Ich beziehe sie ein, wenn dies gewünscht und für die Begleitung sinnvoll ist. Für Angehörige biete ich außerdem eine eigenständige Begleitung an, unabhängig davon, ob ich den Menschen mit Demenz ebenfalls begleite.
Lebensumfeld und Alltag
Vertraute Orte, Routinen, Interessen und Beziehungen können mir zeigen, was für den Menschen Bedeutung, Halt oder emotionale Sicherheit hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob er zuhause, im betreuten Wohnen, im Pflegeheim oder vorübergehend in einer Einrichtung lebt.
Ärztliche, pflegerische und weitere Stellen
Sie bringen ihre jeweilige Fachkompetenz ein. Ich ergänze die Zusammenarbeit durch meine persönliche Kenntnis des Menschen; die jeweiligen Aufgaben und Zuständigkeiten bleiben unverändert.
Klinik, Reha und weitere Dienste
Die Begleitung kann in einer Einrichtung beginnen, dort weitergeführt oder in einem anderen Lebensumfeld fortgesetzt werden. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern die Kontinuität der persönlichen Beziehung. Eine Abstimmung erfolgt im gemeinsam vereinbarten Rahmen.

Nächster Schritt

Lernen wir uns kennen.

Erzählen Sie mir, was Sie beschäftigt und welche Unterstützung Sie suchen. Ich erläutere Ihnen meine Arbeitsweise und beantworte Ihre Fragen.

Unser erstes Telefongespräch ist kostenlos und unverbindlich.

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